Selbstbehauptung im Alter von 6 bis 10 Jahre

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Kategorie: Selbstbehauptung Info
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 12. Oktober 2013

Nein sagende Kinder fordern uns heraus- aber nur starke und selbstbewusste Kinder können sich helfen und schützen.Wir möchten integriert in den Alltag der Kinder Handlungsformen entwickeln, die sie sicherer machen.Diese Handlungsformen sollen mit Spielen, Gesprächen, Pantomime, Sprachschulung und körperlichen Angriffen gelehrt und erlernt werden.

 

Ich sage „Nein“ und meine es auch so !
Ich sage: „Stopp“ und bringe meinen Körper zum Einsatz!
Ich sage: „Nein ich will nicht“ und bringe meine Hand zum Einsatz!
Ich rufe:   „Feuer“ und mache auf mich Aufmerksam!

Es kommt auf die Körpersprache an, um meinem Gegenüber zu vermitteln, das es mir nicht gefällt, was gerade geschieht. Sprache heißt nicht nur sprechen mit dem Mund, sondern auch den Körper sprechen lassen. Die Kinder lernen mit ihrem Körper zu signalisieren, wenn ihnen etwas überhaupt nicht gefällt. Dabei achtet man ganz gezielt auf die Beinstellung, die Rumpfstellung und die Armhaltung.

Stehen die Beine in leichter Gehstellung ist der Rumpf  leicht nach vorne gebeugt und liegen die Arme gebeugt dem Körper an, signalisiert das STOPP.



Wird das Wort auch noch in der richtigen Lautstärke benutzt, zeigt es dem Gegenüber ganz klar NEIN! Dieses werden die Kinder versuchen für sich umzusetzen und in einer Reflexion erfahren, wie sie gewirkt haben. Hier heißt es, wieder Selbstbewusst handeln.

Plakate werden an die Wand gehängt, Stichpunkte aufgeschrieben und besprochen.
Welche Regeln halte ich in der Gruppe ein ?
Wann und wo habe ich Angst ?
Was mache ich, wenn mich jemand anspricht den ich nicht kenne ?
Wem kann ich alles erzählen ?
Wie hole ich Hilfe und wie mache ich auf mich aufmerksam ?

Alle diese Lehrelemente werden mit Rollenspiele, Selbstverteidigungstechniken, Spieleinheiten und Erlebnisreisen kombiniert.

Training am Schlagkissen
An dem Schlagkissen lernen die Kinder ihre Energie durch Konzentration zu steigen und mit aller Kraft gegen ein weiches Kissen zu schlagen. Die eigene Kraft wird dadurch entfaltet, Hemmungen werden auf diese Art und Weise abgebaut. Die Kinder fühlen was sie mit Händen und Füßen bewirken können und schätzen ihre Situation besser ein. Es wird an diesem Beispiel klar das es nicht darum geht den Angreifer zu besiegen sondern einen Moment abzupassen, um sich in Sicherheit zu bringen und Hilfe zu holen.

Trainieren von Grundtechniken
Grundtechniken sind natürlich einer der wichtigsten Elemente der Selbstverteidigung. Aber wie schon im obigen Artikel beschrieben geht es nicht darum den Täter zu Boden zu werfen oder ihn durch einen Schlag Kampfunfähig zu machen.

Das entscheidende ist den Täter in einen kurzen Schock zu versetzen um die Möglichkeit zu Flucht zu nutzen. Selbst Kinder können durch einen gekonnten Tritt einem Erwachsenen schmerzen zuführen, wenn sie einen Einblick bekommen wie man Schlägt bzw. Tritt.

Meditation, Konzentration, Kraftentwicklung
Den Kindern wird eine Entspannungsphase eingeräumt, um sich auf ihre Atmung zu konzentrieren. Einatmen durch die Nase in den Bauch, ausatmen durch den Mund. Sie liegen auf dem Boden mit den Gesicht nach unten. Der Übungsleiter gibt eine Gefahrensituation vor in der sich die Kinder hineinversetzen sollen.  Auf Kommando Atmen die Kinder ein, stellen sich in Abwehrhaltung und deuten einen Schlag bzw. Tritt mit voller Konzentration an und Atmen über den Mund wieder aus. Die Vorstellung einer Gefahrensituation das regelmäßige Atmen unter Entspannung, das Ausatmen (Schrei) bei einem Schlag oder Tritt, erhöht die Aufmerksamkeit, das Durchsetzungsvermögen und die Kraft der Kinder.

Partner ,- und Gruppentraining
Nicht nur Faustschläge und Fußtritte zählen zu den Abwehrtechniken, sonder auch Befreiung aus Haltegriffen wie z.B. Handgelenkfassen und Brustumklammerung. In Partnerübungen werden diese Elemente geübt. Immer wieder werden die Partner entsprechend getauscht um  so die Vielfältigkeit in der Gruppe zu stärken. Simuliert werden auch Situationen wie wehren wir uns in der Gruppe. Wie Helfe ich meinem Freund bzw. Freundin.

 

Kombinationsphase
In der Kombinationsphase werden nun die erlernten Techniken sowie die verbalen und nonverbalen Ausdrucksformen zusammengefasst. Die entsprechenden Übungsleiter täuschen realistische Angriffe vor. Die Kinder entscheiden in dieser Situation :
                     Muss ich mich wehren oder reicht meine Abwehrhaltung ?
                     Wie drücke ich mich aus ?
                     Wie wehre ich mich ?
                     Wie nutze ich meinen Fluchtweg ?
                     Wo hole ich Hilfe ?

Alle Punkte des Konzeptes werden je nach Gruppenverhalten angepasst. Es wird darauf geachtet wie stark das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Kindes ist. Die Gruppe kann nach Geschlechtern oder nach „Stark und Schwach“ aufgeteilt werden.

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